You take care of other people. And the other people take care of you. Thats what life is all about.
Ich weiß, es ist ja immer so eine moralische Frage ob man vor Menschen anderer Hautfarbe posieren darf um dann ein Foto von sich und mit ihnen im Hintergrund zu machen. So wie mit exotischen Tieren im Zoo, mit Daumen nach oben und einem breiten Grinsen im Gesicht. So wie vor einer Attraktion. Der Freiheitsstatue zum Beispiel.
Wir könnten an dieser Stelle eine große Diskussion über Political Correctness starten und ich könnte dann damit agumentieren, dass ich mich nach vier Tagen New York bereits so aklimatisiert habe, dass
ich da keinen Unterschied mehr sehe.
Ich könnte euch aber vorallem mit einer kitschigen Rede beeinflussen. Einer Rede die sich in etwa um folgende Dinge drehen würde:
Um Dinge dass ich ja vom Land komme und darüber hinaus Großstädte nicht wirklich leiden kann obwohl ich schon so einige in meinem Leben bereist habe. Und dass New York die erste Stadt ist in der ich mir vorstellen könnte für einen längeren Zeitraum zu leben.
Und ich könnte euch von dem kleinen Schokojungen erzählen der mich heute beinahe ausversehen in Harlem umgelaufen hätte weil er nicht richtig auf die Straße geguckt hat, da er so sehr mit seinem Eis beschäftigt war, dessen Mum sich dann bei mir entschuldigte und zu ihrem Sohn meinte:
“You take care of other people. And the other people take care of you. Thats what life is all about”.
Oder von der Latinolady in pinken Leggins und Highheels im Jeanslook, die mir ohne zu Fragen Zugang zur Ubahn mit ihrer eigenen Metrocard verschafft hat weil ich armer Tourist mal wieder mit meiner Wochenkarte nicht zurecht kam.
Oder von dicken weißen Amerikanern mit Basballcaps und XXXL-Shirts die sich im Aufzug nach deinem Wohl erkundigen weil sie glauben du hättest den Witz eines Pasannten vielleicht falsch aufgefasst.
Oder von einer Obdachlosen in der großen McFastfoodkette die dort mit Wollmütze auf dem Kopf und ihrem Einkaufswagen aufkreuzte alles blockierte und trotzdem freundlich alles genau so bekam wie sie es wollte, obwohl es sich dabei um Dinge drehte wie: Soße auf Beiden Seiten des Burgerbrötchens.
Von relaxten, höfflichen Menschen. Absolut verrückt, restlos durchgeknallt und hoffnungslos glücklich.
Oder von unzähligen anderer solcher Erlebnisse wie sie auch Jety die letzten Tage gesammelt hat; nur kann ich ihn nicht fragen da er bereits schläft und außerdem bin ich eh nicht besonders gut im Reden schreiben, obwohl ich heute gelernt habe dass eine gute amerikanisch Rede nur vier Wörter beeinhalten muss egal in welchem Zusammenhang: “dream” “blessed” “heart” “god”.
Ich könnte mich aber natürlich auch ganz einfach der Diskussion komplett entziehen indem ich behaupte, dass dieses Foto im American Museum of Natural History
entstanden ist und das im Hintergrund nur ein Glasschaukasten mit Figuren und Fototapette ist.
Aber ich will ehrlich zu euch bezüglich des Fotos sein:
Das ist der Jety und wir waren heute in der Bronx.
Hätte ich mobiles Internet hätte ich heute wohl folgendes getwittert:
#Nie wieder bügeln! Diese Stadt ist ein riesiges Freiluft-Dampfbügeleisen. Woohoo
#amerikanische Augentropfen fühlen sich an wie Frostschutzmittel. aua
#O wie zu Hause! Kurz zwischen Franz Marc und Kandinsky durchatmen bevor wir uns weiter die Spirale hocharbeiten. -Guggenheim
#Wo liegt gleich nochmal der Hotdogweltrekord. (nur um sicher zugehen, dass ich ihn soeben gebrochen habe)
#omeingott. heute noch gar kein snapple getrunken!!
#besser!
# 8:20 pm - oh mein gott. jetzt ist es soweit. Ich kann keine Oreo Kekse mehr sehen.
# 8:30 pm - Juhuu. Oreo Kekse!
blog comments powered by Disqus