Rundumschlag: Partykultur
Ich will hier niemanden auf die Füße treten und auch niemands Bier verschütten. Vor allem weil der folgende Text voraussichtlich unglaublich platt, plakativ und subjektiv werden wird, aber ich muss nun einmal kurz den Holzhammer rausholen um mir ein wenig Freiraum und Luft zu schaffen. Das ist ja auch das schöne an einem Blog, ich muss das jetzt nicht objektiv von sämtlichen Seiten beleuchten, alle Ausnahmen berücksichtigen und diverse Klischees hinterfragen. Trotzdem sei gesagt, dass diejenigen die einen gesunden Umgang mit gleich folgender Thematik haben und/oder einen wirklichen Mehrwert daraus ziehen und/oder sogar diese Kultur bereichern und ernsthaft und qualitativ nach vorne bringen nicht gemeint sind. So und nachdem ich nun ausreichend gewarnt und einige Leute ausgeklammert habe darf ich jetzt mit meinem schönen subjektiven Rundumschlag beginnen. ohne wenn und aber. Und hier kommt er auch schon: Ich habe ein Problem mit der Partykultur.
Ja. Ich habe ein Problem mit der Partykulutr. Manchmal könnte ich richtig kotzen.
Ich hasse “Drei Tage wach” und “Das geht ab wir feiern die ganze Nacht.” Ich schockiere mich bei Leuten die einen solchen Lebensstil als “cool” betrachten. Ich ertrage das Rumstehen vor Nachtclubs nicht. Ich finde Menschen die einen absoluten Kontrollverlsut anstreben verstörend, vor allem solche die betrunken ihre Persönlichkeitsstruktur verändern. Genauso wenig mag ich Studenten die sich über Gebühren beschweren, im Gegenzug aber deutlich mehr Aufmerksamkeit der nächsten Party entgegen bringen als ihren Unterlagen. Aber am allermeisten kann ich mit Leuten nichts anfangen die stolz darauf sind, dass sie am härtesten Party von allen machen und erst da anfangen wo andere aufhören.
Warum soll man darauf so unglaublich stolz sein?
Warum geht derjenige als Gewinner hervor der sich am meisten volllaufen lassen konnte, um sieben Uhr Morgens irgendwo von der Straße gekratzt wurde und sich an absolut Überhaupt nichts mehr erinnern kann? Wow. Was für ein toller Kerl.
Warum gehört der Rausch zum guten Ton?
Und warum brauchen ihn so viele um Spaß haben zu können. Blödsinn. Ich liebe Blödsinn. schon immer. Aber ich habe das Gefühl manche bekommen es in ihrem normalen Alltag nicht gebacken den Spaß im Leben zu sehen und Blödsinn zu verbreiten. Da braucht man den Freifahrtschein der einem der Alkohol beschert und den Deckmantel der Nacht um sich Dinge zu trauen. Kommt lasst uns weiterhin an den Tagen Montag bis Donnerstag nichts verändern und sie nach wie vor so bedeutungslos wie möglich gestalten, damit wir am Wochenende wieder unseren Grund des langweiligen Lebens haben auf den wir uns berufen können um uns mal wieder so richtig abzuschießen.
Selten eine Generation mit soviel Bildung, Gesundheit und Wohlstand gehabt. Darüber hinaus noch die Möglichkeit sich ständig zu treffen und auf den einfachsten Wegen zu kommunizieren. Und dann ist das einzige was dabei rumkommt, dass wir uns kollektiv zu dröhnen und aufgrund der Lautstärke eh nicht miteinander reden können, und uns deshalb noch mehr volllaufen lassen müssen, da es sich oftmals um den beschissesten DJ der Welt handelt der nüchtern nicht zu ertragen ist.
Mir fehlt das Produktive. Gemeinsam etwas schaffen. Dinge auf die Beine stellen. Ideen entwickeln. Projekte ankurbeln. So viel unserer persönlichen Energie lassen wir in stickigen Clubs von der Decke tropfen oder vergröhlen sie in U-Bahn-Stationen. Wir investieren so viel Zeit in die Organisation von: Wer.Wie.Wann. Wo seid ihr. Ja wir sind gleich da. Anstatt uns wirklich mal zu fragen wo wir denn gerade stehen.
Aber anstatt mal wieder zum musizieren zusammen zu kommen, ein Theaterstück aufzuführen, sich sozial zu engagieren oder einfach nur um zu diskutieren und sich weiter zu entwickeln, hängen wir lieber nächtelang in Clubs und vor deren Straßen ab. Und nachdem die Party vorbei ist, wir die Mittagsonne mit unseren Rollos verdunkelt haben, bleiben wir alle lieber im Bett liegen und feiern uns virtuell weiter indem wir die bescheuertsten Schnappschüsse und die hirnrissigsten Videos der vergangenen Partynacht online stellen, um uns dann gegenseitig an die Wände zu pinnen wie hart wir dieses Wochenende doch mal wieder waren.
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